Siebter Einsatz, Juni 2021

Siebter Einsatz, Juni 2021

Nachdem wir 2020 auf Grund der Corona-Pandemie keinen Einsatz vor Ort durchführen konnten, waren wir sehr gespannt, ob es uns in diesem Jahr gelingen würde.

Über die ganze Zeit hinweg haben wir Kontakt nach Albanien gehabt und die Lage und Zahlen verfolgt.

Da es im Mai zu einer deutlichen Entspannung kam, die Zahlen sowohl in Deutschland als auch in Albanien deutlich zurück gingen und wir unsere Impftermine hatten, haben wir beschlossen einen neuen Einsatz zu planen. Natürlich unter verschärften Bedingungen wie das anhalten Masken zu tragen, Handdesinfektion, den Wartebereich nach draußen zu verlegen und es darf nur eine Begleitperson mit in den Anpassraum.

Da wir uns die Lage vor Ort erst mal anschauen wollten, wie die Arbeit auch in Zukunft unter Pandemiebedingungen durchgeführt werden kann, haben wir uns entschlossen nur zu zweit zu fahren, ohne Unterstützung durch einen weiteren Akustiker*in. Dadurch war klar, dass viel Arbeit auf uns zu kommt und Simeon, bisher eher im Hintergrund tätig, viele Tätigkeiten übernehmen muss.

So haben wir in sechs Tagen, über 30 Neuanpassungen und über 30 Kontrollen schon versorgter Patienten durchführen können.

Vor Ort haben wir Hilfe bei von einer jungen Übersetzerin bekommen, die mit Simeon die Handhabung und Reinigung der Hörsysteme erklärt hat.

Ich selbst habe im Team mit Schwester Recila die Hörsystemanpassungen durchgeführt.

Was wieder auffällig war, sind die vielen Mittelohrdefekte bei den Patienten. Häufig sind es Trommelfelldefekte und/oder schlecht behandelte Mittelohrentzündungen die zu der Schwerhörigkeit führen oder diese zusätzlich beeinflussen.

In vielen Gesprächen mit den Patienten haben wir erfahren, dass fast jede Familie von Corona betroffen war, teilweise mit sehr schweren Verläufen. Auch die wirtschaftliche Situation im Land ist deutlich schlechter geworden, viele die im Tourismus oder Restaurants gearbeitet haben wurden gekündigt. Aber es gibt Hoffnung. Es gibt keine Einreisebeschränkungen für Touristen und durch Impfstoffspenden anderer Länder sollen die Beschäftigten in dem Sektor geimpft werden, um zu einem sicheren Reiseland zu werden.

Im Alltag war von der Pandemie wenig zu spüren, Masken wurden auf den Straßen oder Supermärkten nur sehr vereinzelt getragen, allerdings haben die Menschen spürbar mehr Abstand gehalten und auf viele obligatorischen Händeschütteln, Umarmungen und Küsschen verzichtet.

Wann der nächste Einsatz statt finden kann steht noch nicht fest. Wir hoffen sehr, dass wir im Herbst noch einmal nach Albanien zurück kehren können.

Nur durch die großzügige und schnelle Unterstützung einiger Firmen war es möglich, den Einsatz in so kurzer Vorbereitungszeit durchzuführen. Ein großer Dank gehen daher an die Otoplastiklabore Scheinhardt und Pahl, an die Hersteller Oticon und Widex, Firma egger Otoplastik + Labortechnik und iffland.hören.

     

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