{"id":246,"date":"2019-06-03T19:45:45","date_gmt":"2019-06-03T19:45:45","guid":{"rendered":"http:\/\/hoereninalbanien.de\/?p=246"},"modified":"2019-06-03T19:46:35","modified_gmt":"2019-06-03T19:46:35","slug":"fuenfter-einsatz-mai-2019","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hoereninalbanien.de\/?p=246","title":{"rendered":"F\u00fcnfter Einsatz, Mai 2019"},"content":{"rendered":"<p>Anfang Mai waren wir zum f\u00fcnften Mal in Albanien um H\u00f6rsysteme anzupassen.<br \/>\nDieses Mal hat uns die Akustikerin Verena begleitet. Au\u00dferdem hat uns vor Ort Alida als Dolmetscherin unterst\u00fctzt.<br \/>\nBesonders sch\u00f6n war, dass wir einen Abend im Hotel mit den Kollegen von DAIKA verbringen und uns austauschen konnten, da sie zeitgleich vor Ort waren.<\/p>\n<p>Wir haben in knapp vier Tagen fast 50 Erstanpassungen, 20 Nachkontrollen und 6 H\u00f6rtests durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDer n\u00e4chste Einsatz ist f\u00fcr Herbst geplant.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr die tolle Unterst\u00fctzung von unterschiedlichsten Seiten!<\/p>\n<p>Hier noch der Einsatzbericht von Verena:<\/p>\n<p>Am 5. Mai startete mein Abenteuer Albanien. \u00dcber Facebook hatte ich von der Initiative erfahren und wollte Marina bei Ihrer Arbeit unterst\u00fctzen. Am Gate in Wien haben wir uns dann das erste Mal gesehen. In Tirana angekommen, wartete schon Alida, unsere Dolmetscherin, mit dem Mietwagen auf uns. Alida arbeitet normalerweise f\u00fcr eine deutsche Reiseagentur. Sie spricht neben albanisch auch deutsch und englisch. Wir fuhren zuerst nach Pllane, einem kleinen Dorf 50km von Tirana entfernt. Dort begr\u00fc\u00dfte uns Schwester Caridad herzlich. Wir packten unser mitgebrachtes Material, wie Reinigungstabletten, Trockenboxen, Batterien usw. aus und bereiteten den Arbeitsplatz f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage vor.<\/p>\n<p>Marina hatte im Vorfeld schon die Audiogramme unserer Patienten in den Laptop eingepflegt und sich Gedanken \u00fcber die jeweils dazu passenden H\u00f6rger\u00e4te gemacht. Wir sortierten noch die entsprechenden Ohrst\u00fccke f\u00fcr die Personen dazu, die wir am ersten Tag erwarteten.<\/p>\n<p>Am Montag ging es dann um 8.30 Uhr los. Viele Patienten warteten schon auf uns. Die meisten kamen aus den umliegenden Orten, einige von weiter her. 200 km Entfernung war das Weiteste. Unglaublich! Vormittags und nachmittags waren jeweils 10-12 Patienten einbestellt worden.<br \/>\nMarina und Schwester Caridad waren schon ein eingespieltes Team. Ich arbeitete mit Alida zusammen. Wir f\u00fchrten Kontrollen und Neuanpassungen durch. Die bereits versorgten Patienten freuten sich, Marina wiederzusehen und berichteten ihr, wie sie im Alltag mit den H\u00f6rger\u00e4ten zurecht kamen. Meist war nur eine \u00dcberpr\u00fcfung der Ger\u00e4te, Kleinreparaturen und Schlauchwechsel notwendig, selten mussten die Ger\u00e4te nachgestellt werden. Ich war in erster Linie f\u00fcr die Neuanpassungen zust\u00e4ndig. Es gab viele Patienten, die bereits eine mittel- bis hochgradige Schwerh\u00f6rigkeit hatten. Ich war gespannt, ob sie die H\u00f6rger\u00e4te akzeptierten. Oft war es f\u00fcr die Patienten schwierig, die neuen Klangeindr\u00fccke zu beschreiben bzw. zu sagen, was sie st\u00f6rte. \u201eIch h\u00f6re Ger\u00e4usche\u201c, war oft die erste Reaktion. Doch was meinten sie damit? Manchmal war es das Zwitschern der V\u00f6gel von drau\u00dfen oder das Stimmengewirr der wartenden Kunden im Flur. Ohne Ger\u00e4te haben sie diese Ger\u00e4usche oftmals \u00fcber Jahre nicht mehr wahrgenommen.<br \/>\nEinige Patienten schickten wir nach der Anpassung f\u00fcr einen Spaziergang nach drau\u00dfen. Anschlie\u00dfend konnten sie sich melden, wenn sie noch Probleme hatten. So versuchten wir sicherzustellen, dass sich die Patienten einigerma\u00dfen wohl f\u00fchlten mit den H\u00f6rger\u00e4ten. Denn der n\u00e4chste Kontrolltermin wird erst wieder im Oktober sein.<br \/>\nNach der Anpassung erkl\u00e4rten wir die Bedienung, sowie Reinigung und Pflege der H\u00f6rger\u00e4te. Ebenso \u00fcbten wir das Einsetzen der Ohrst\u00fccke. Ich war immer wieder \u00fcberrascht, wie schnell einige ihre Ohrst\u00fccke ins Ohr bekamen.<br \/>\nGegen 13 Uhr war Mittagspause, die wir mit den Schwestern beim gemeinsamen Essen verbrachten. Nachmittags ging es dann ab 14 Uhr bis 18.30 Uhr weiter.<br \/>\nEs kamen auch einige Personen zum H\u00f6rtest. Wenn die Indikationen f\u00fcr ein H\u00f6rger\u00e4t gegeben waren, nahmen wir gleich Abdr\u00fccke zum Herstellen von Otoplastiken.<br \/>\nAufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit passt Marina grunds\u00e4tzlich die H\u00f6rger\u00e4te klassisch mit Otoplastik und Schlauch an. Nur in Ausnahmef\u00e4llen gibt es ein Exh\u00f6rerger\u00e4t.<br \/>\nDie Patienten wissen, dass die Ger\u00e4te gebraucht sind und geben eine Spende daf\u00fcr. Jeder das, was er kann. So haben wir beispielsweise selbstgemachten Wein, Oliven\u00f6l und gestrickte Socken bekommen.<br \/>\nDie n\u00e4chsten Tage waren \u00e4hnlich getaktet. Am Donnerstag beendeten wir unsere Arbeit dann nach der Mittagspause.<\/p>\n<p>Fazit:<\/p>\n<p>Die meisten reagierten positiv auf das neue H\u00f6ren und waren sehr dankbar. Viele strahlten vor Freude. Ein Mann war ganz au\u00dfer sich, als er seine Fu\u00dftritte auf den Boden wieder h\u00f6rte. Das waren ber\u00fchrende Momente.<\/p>\n<p>Viele hatten Angeh\u00f6rige dabei, die sie begleiteten. Es gab Situationen, in denen wir herzlich miteinander gelacht haben. Situationskomik geht eben auch ohne Worte.<\/p>\n<p>Zwei Patienten waren mittlerweile so h\u00f6rentw\u00f6hnt, dass sie auch mit den Ger\u00e4ten nicht besser verstanden. Ihnen konnten wir leider nicht helfen. Doch es war einen Versuch wert. Sicherlich werden auch hier, wie in Deutschland, einige Ger\u00e4te in der Schublade landen. Um dies zu verhindern, hat Marina einen Infozettel auf albanisch verfassen lassen, in dem steht u.a. dass die Patienten bei Nichtgebrauch die Ger\u00e4te bitte wieder bei der Schwerster abgeben sollen.<\/p>\n<p>Ein tolles Projekt, interessante Einblicke in das Leben und das Land Albanien, herzliche, aufgeschlossene Menschen \u2026 Auf jeden Fall w\u00fcrde ich nochmal eine Reise nach Pllane starten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-247 size-medium\" src=\"http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_092646-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_092646-300x169.jpg 300w, http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_092646-768x432.jpg 768w, http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_092646-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_092646.jpg 1063w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Verena, Sr. Caridad und Alida im Einsatz<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-248\" src=\"http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_094444-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_094444-300x169.jpg 300w, http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_094444-768x432.jpg 768w, http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_094444-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/hoereninalbanien.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190509_094444.jpg 1063w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Marina und Alida bei einer Anpassung<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Mai waren wir zum f\u00fcnften Mal in Albanien um H\u00f6rsysteme anzupassen. 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